Apple Maps führt in den USA und Kanada Werbung ein – Kritik an der Verletzung des Datenschutzes

Apple hat offiziell Werbung in der Apple Karten-App (Apple Maps) in den USA und Kanada eingeführt, und alle Nutzer werden voraussichtlich in den kommenden Wochen entsprechende Inhalte sehen. Apple hatte bereits im März dieses Jahres angekündigt, dass im Sommer dieses Jahres Werbung in die Karten-App integriert werden soll, und das Unternehmen hat kürzlich bestätigt, dass diese Implementierung in den letzten Tagen gestartet wurde. Nutzer werden vor der Suche in der Karten-Suchoberfläche „Vorgeschlagene Orte“ (Suggested Places) Werbung angezeigt bekommen; nach der Suche werden, sofern relevante passende Werbung vorhanden ist, diese ebenfalls in den Suchergebnissen angezeigt.

Apple betont, dass der Datenschutz das zentrale Prinzip der neuen Kartenwerbung ist. Das Unternehmen weist darauf hin, dass die Kartenwerbung Apples langjähriger Werberichtlinie „Datenschutz zuerst“ folgt, und dass die geografische Position der Nutzer sowie die Werbung, die Nutzer in der Karte sehen und mit der sie interagieren, nicht mit ihrem Apple Account verknüpft wird. Persönliche Daten werden nur auf den Geräten der Nutzer gespeichert, nicht von Apple gesammelt oder gespeichert und auch nicht an Werbetreibende oder andere Dritte weitergegeben.

Bedenken gegenüber Apple Kartenwerbung

Obwohl Apple diese Datenschutzgarantien gegeben hat, gibt es dennoch erhebliche Bedenken gegenüber dieser Regelung. Erstens, obwohl Apple keine personalisierte Werbung durch Tracking-Mechanismen bereitstellt, führen die meisten Anwendungen und Websites auf dem Markt ähnliche Tracking-Methoden durch. Allgemeine Nutzer nehmen wahrscheinlich an, dass Apple ebenso funktioniert, und dieser Eindruck – auch wenn er nicht ganz fair ist – wird zweifellos das langfristig aufgebaute Image des Unternehmens in Bezug auf Datenschutz beeinträchtigen. Zweitens vermittelt das Vorhandensein von Werbung in der Karten-App insgesamt ein Gefühl von Billigkeit. Werbung ist zwar das Lebenselixier, das es Anwendungen und Websites ermöglicht, kostenlos zu operieren, aber Apple ist kein Unternehmen, das auf Werbeeinnahmen angewiesen ist, da die Hardwareprodukte selbst eine Hochpreisstrategie verfolgen.

Die Werbung steht im krassen Gegensatz zu Apples traditionellem Markenimage.

Dieses Gefühl ist vergleichbar mit dem Aufkleber „Intel Inside“ auf einem früheren günstigen Windows-Laptop – die Öffentlichkeit versteht, dass Budget-Computer-Marken verschiedene Einnahmequellen erschließen müssen, hat jedoch nie erwartet, dass Apple auf ähnliche Weise das Erscheinungsbild des MacBook beeinträchtigt. Heute Werbung in nativen Anwendungen auf Apple-Geräten zu sehen, sollte ebenso betrachtet werden. Aus all diesen Gründen sind viele der Meinung, dass Apple wirklich nicht in das Werbegeschäft einsteigen muss.

Originalinhalt
Dieser Artikel ist die deutsche Fassung eines Originalbeitrags von TechRitual.
Stein Yep
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