Bei der heutigen Anhörung hat Apple die britische Regierung herausgefordert, die sich weigert, öffentlich zu bestätigen, ob sie eine Aufforderung an das Unternehmen zur Bereitstellung von Zugriff auf verschlüsselte Nutzerdaten erlassen hat. Hier sind die Einzelheiten.
Apple fordert die britische Regierung bezüglich des Zugriffs auf verschlüsselte Daten heraus
Hintergrund: Bereits Anfang letzten Jahres berichtete die Washington Post, dass die britische Regierung heimlich von Apple verlangt hat, ein sicheres Hintertürchen für alle iCloud-Inhalte zu schaffen, die von Nutzern weltweit hochgeladen werden. Der Befehl selbst unterliegt strengen Geheimhaltungsbestimmungen, sodass selbst Apple nicht öffentlich bestätigen oder über die Anfrage diskutieren kann. Die britische Regierung hält sich an eine Politik des Nichtbestätigens und Nichtabstreitens solcher Einzelbefehle, und Unternehmen, die solchen Befehlen unterliegen, sind ebenfalls in ihrer Offenlegung eingeschränkt. Daher hat Apple in Großbritannien die Option zur Aktivierung des Advanced Data Protection (ADP) entfernt, da der Befehl zwar berichtet, aber nicht offiziell bestätigt wurde.
Die Aktivierung von ADP führt dazu, dass iCloud-Backups und andere zusätzliche Kategorien von iCloud-Daten end-to-end verschlüsselt werden. Daher hat Apple die Bereitstellung von ADP für neue Nutzer in Großbritannien eingestellt, um der britischen Hintertürenforderung zu entgehen, obwohl der ursprüngliche Befehl Berichten zufolge für Nutzer weltweit gilt.
Derzeit hat Apple in seinem Konflikt mit der britischen Regierung zwei Hauptanliegen: Einerseits wird die grundlegende Notwendigkeit des Zugriffs auf verschlüsselte Daten angefochten, andererseits wird die Geheimhaltungsregelung, die eine öffentliche Diskussion über diese Notwendigkeit verhindert, angefochten. Im April 2025 wies ein Richter den Versuch der britischen Regierung zurück, die grundlegenden Details von Apples rechtlicher Herausforderung geheim zu halten, und entschied, dass die öffentliche Bekanntgabe des Falls die nationale Sicherheit nicht gefährden würde. Einige Monate später gab die britische Regierung aufgrund des Drucks aus dem Weißen Haus die Forderung nach Daten von US-Nutzern auf, doch die Anfrage verschwand nicht vollständig: Großbritannien sandte anschließend neue Mitteilungen an Apple-Nutzer.
Vor einigen Wochen startete Apple eine zweite rechtliche Herausforderung, nachdem der ursprüngliche globale Befehl durch einen neuen, speziell auf britische Nutzer gerichteten Befehl ersetzt wurde, was die heutige Situation weiterentwickelte. Laut Reuters hat Apple bei einer Anhörung vor dem Investigatory Powers Tribunal (IPT) in London die anhaltende Weigerung der britischen Regierung angefochten, die Existenz der neuen technischen Fähigkeitensmitteilung zu bestätigen oder abzulehnen. Apples Anwälte argumentierten, dass die Geheimhaltungspolitik der Regierung eine sinnvolle öffentliche Diskussion über den Fall behindere und die Prinzipien der öffentlichen Justiz untergrabe.
Bei der Anhörung erklärte Ben Jaffey, ein Anwalt von Privacy International und der Organisation für Bürgerrechte, dass die Position der Regierung lächerlich geworden sei. Er wies darauf hin, dass diese Informationen längst öffentlich bekannt seien, amerikanische Politiker und Beamte die ursprüngliche Mitteilung öffentlich erwähnt hätten, und nicht namentlich genannte britische Regierungsquellen dies ebenfalls gegenüber den Medien bestätigt hätten. Sowohl er als auch die Anwälte von Apple erklärten, dass die „Nichtbestätigen und Nichtabstreiten“-Politik (NCND) der britischen Regierung eine Beleidigung für die öffentliche Justiz darstelle und eine sinnvolle öffentliche Diskussion über das Thema behindere. Es ist wichtig zu betonen, dass sich die heutige Anhörung auf die Geheimhaltung des Befehls konzentrierte und nicht darauf, ob die britische Regierung das rechtliche Recht hat, auf Apples verschlüsselte Daten zuzugreifen.
Nach dem Ende der heutigen Anhörung wird das IPT entscheiden, ob die Regierung weiterhin auf ihre „Nichtbestätigen und Nichtabstreiten“-Politik in diesem Fall zurückgreifen kann. Reuters berichtete, dass eine vollständige Anhörung von Apples Herausforderung der technischen Fähigkeitensmitteilung voraussichtlich nicht vor dem nächsten Jahr stattfinden wird.

