2,16 Millionen Spy TV: Probleme mit LG Smart TVs

Ein LG Smart TV, den Sie nach Hause bringen, kann alles, was auf dem Bildschirm angezeigt wird, sowie die Geräte in Ihrem Zuhause, sogar Mikrofone und Kameras, zu einem Teil des Werbe- und Datengeschäfts machen. Eine umfassende technische Untersuchung hat ergeben: Die getesteten LG Smart TVs verfügen über eine First-Party ACR (Automatic Content Recognition), und Führungskräfte der Werbebranche haben sogar öffentlich erklärt: „Wir besitzen dieses Glas“ – was bedeutet, dass die Inhalteerkennung und die damit verbundenen Datenpfade möglicherweise nicht mit Ihrem intuitiven Gefühl übereinstimmen, dass Sie „nach dem Kauf die Kontrolle haben“. Im Folgenden sind die wichtigsten Erkenntnisse, Risiken und mögliche Entschärfungsansätze zusammengefasst; die Details basieren auf der ursprünglichen Untersuchung und den offiziellen nachfolgenden Antworten.

Die Untersuchung unterscheidet zwei Linien: eine ist die First-Party-Verhaltensweise, die für Werbegewinne konzipiert ist (die auch ohne Sicherheitslücken funktionieren kann); die andere ist eine Sicherheitsanfälligkeit, die den Fernseher in ein Gerät verwandeln kann, das heimlich Audio aufnimmt oder Videos aufzeichnet. Die Kombination beider Aspekte macht es unwahrscheinlich, dass „die Verwendung nur als großer Bildschirm“ ausreichend sicher ist.

First-Party ACR: „Besitz des Glases“, Familienprofil und lokale Netzwerk-Scans

ACR wandelt Bilder/Töne in Fingerabdrücke um und sendet sie an Server für Werbelösungen. Die Untersuchung zitiert Aussagen von Führungskräften der Werbebranche: Mit First-Party ACR versteht man „alles, was auf dem Bildschirm erscheint“. In Bezug auf die Größenordnung wird angegeben, dass es etwa 216 Millionen LG Smart TVs gibt, während die Werbeseite angibt, dass in den USA etwa 363 Millionen „sekundäre Geräte“ erreicht werden können – was als Hinweis darauf interpretiert wird, dass es sich nicht nur um den Fernseher selbst handelt, sondern auch darum, welche Personen und Geräte sich im Haushalt befinden.

Besonders besorgniserregend für die Tester ist das native Verhalten im lokalen Netzwerk: Der Fernseher kann die Anzeigenamen, Signale, MAC-Adressen, interne IP-Adressen, nahegelegene Wi-Fi-SSIDs/Kanäle/Stärken (was hilft, den Standort abzuleiten) sowie nicht verwandte Geräte wie Smartphones, Smartwatches, Drucker, Server und sogar Klimaanlagen erfassen. Die Untersuchung hat durch Paketanalysen gezeigt, dass diese Informationen native Funktionen sind und nicht auf Sicherheitslücken angewiesen sind. Auf dem Testgerät wird geschätzt, dass allein die ACR-Datenübertragung etwa 4 GB pro Monat beträgt. Auch Protokollfelder wurden benannt: Werbe-ID, schwer zurücksetzbare Geräte-UUID, Eingangsquellen/App, Ein-/Ausschaltzeiten, Datenschutz-Zustimmungsflaggen, nahegelegene Wi-Fi usw.; HDMI- und integrierte Kanalinhalte können ebenfalls identifiziert werden.

Sicherheitsanfälligkeiten: Bildschirm im Standby, Offline-Audioaufnahme und anschließende Datenübertragung

In Zusammenarbeit mit Sicherheitsexperten zeigt die Untersuchung, dass Sprachbefehle/Gespräche in Klartext transkribiert werden können und dass der Bildschirm scheinbar ausgeschaltet ist, während die Webcam/Mikrofon weiterhin Audio aufnimmt; sogar wenn das Netzwerkkabel entfernt wird, kann das Mikrofon weiterhin Geräusche aufnehmen und zwischenspeichern, um sie später über eine Sicherheitsanfälligkeit zu übertragen, wenn der Benutzer wieder online ist. Weitere Probleme wie Remote-Code-Ausführung befinden sich im verantwortungsvollen Offenlegungsprozess, und die Forscher empfehlen, den LG Smart TV nach Möglichkeit offline zu halten. Die Untersuchung erwähnt auch, dass etwa 43 % der beprobten webOS-App als Wohnproxy verwendet werden können, was das horizontale Risiko erhöht.

Der Zustimmungsprozess wird als eher im „dunklen Modus“ beschrieben: Optionen wie „Verkaufen Sie meine persönlichen Daten nicht“ sind möglicherweise nicht offensichtlich, und die Voreinstellungen neigen dazu, Sprach- und Freisprechfunktionen zu aktivieren. Nur als „stummer Bildschirm“ betrachtet, und das Ethernet-Kabel entfernt, könnte es in einer Umgebung mit zwei SSIDs und verbleibenden Verhaltensweisen ebenfalls nicht sicher genug sein. Auf vertraglicher Ebene werden langwierige Klauseln, Schieds- und Sammelklagevereinbarungen sowie digitale Sperren/Circumvention-Rahmenbedingungen erwähnt, die den Benutzern den Raum zur Selbstentfernung ähnlicher Überwachungssoftware einschränken. Auch medizinische Szenarien wurden angesprochen: Wenn Kliniken oder Haushalte solche Anzeigegeräte für Video-Konsultationen verwenden, wird die Privatsphäre der Patienten noch unschärfer.

Aspekt Untersuchungsschwerpunkt Hinweise für Benutzer
ACR/Werbung First-Party-Inhaltsfingerabdruck, „Besitz des Glases“-Aussage Werbegewinne können die Hardware-Margen übersteigen
Netzwerkscans MAC-Adressen, interne IP-Adressen, nahegelegene Wi-Fi-Netze, andere Geräte Native Verhaltensweise, keine Sicherheitslücken erforderlich
Audioaufnahme Standby-Bildschirm, Offline-Zwischenspeicherung, anschließende Datenübertragung Forscher empfehlen, offline zu bleiben
Apps/Proxys Viele webOS-Apps können als Wohnproxies fungieren Erhöhen die Angriffsfläche im lokalen Netzwerk
Entschärfung Gemeinschaft hat Blockierungs-/Sperranleitungen Gesetzgeberische und branchenweite Initiativen sind weiterhin im Gange

Wie man es sieht und was zu tun ist: Zuerst annehmen, dass „Online-Datenpfade existieren“

Wenn Sie bereits ein LG Smart Panel in Ihrem Zuhause, Airbnb, Hotel oder Büro haben, ist es pragmatisch, zu bewerten, ob eine dauerhafte Internetverbindung erforderlich ist, ob Mikrofon-/Kamera-Zubehör physisch abgedeckt oder entfernt werden sollte, ob die Voreinstellungen für Sprachassistenten vollständig deaktiviert werden sollten und ob das lokale Netzwerk in Segmente unterteilt werden sollte, um IoT zu isolieren. Die Gemeinschaft hat technische Referenzen für Blockierungseinstellungen für LG-Fernseher; der größere Rahmen hängt jedoch von den Patches der Hersteller, der Regulierung und den nachfolgenden Markenuntersuchungen ab.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass diese Untersuchung nicht nur darauf abzielt, „Werbung zu zeigen“, sondern auch, dass die Erfassung von First-Party-Daten und Sicherheitsanfälligkeiten dazu führen, dass der große Bildschirm im Wohnzimmer sowohl als Werbesensor als auch als potenzielles Abhörgerät fungieren kann. Der Kauf von Hardware und die Kontrolle über Daten müssen bei solchen Geräten nicht dasselbe sein – vor einer Internetverbindung sollten Risikobewertungen vorgenommen werden, nicht nur bequeme Entscheidungen.


Originalinhalt
Dieser Artikel ist die deutsche Fassung eines Originalbeitrags von TechRitual.
Stein Yep
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