Der Leiter des AI Index Projekts am Stanford Institute for Artificial Intelligence, Shah Sajadieh, äußerte kürzlich in einem Interview, dass Südkorea, um sein Ziel zu erreichen, zu den drei führenden Ländern im Bereich KI weltweit zu gehören, nicht direkt mit den USA und China im Bereich der großangelegten allgemeinen Modelle konkurrieren sollte, sondern sich auf die Entwicklung von branchenspezifischen Modellen konzentrieren sollte.
Shah Sajadieh wies darauf hin, dass Südkorea in Bezug auf die Anzahl der KI-Patente pro Kopf, die Ausbildung von Talenten, Halbleiter, Maschinenbau und Hardware eine deutliche Wettbewerbsfähigkeit aufweist und die erforderlichen Bedingungen für eine führende KI-Ökosystem-Gruppe erfüllt. Er stellte jedoch fest, dass Südkorea diese Vorteile noch nicht in weltweite Wettbewerbsfähigkeit bei Modellen umgewandelt hat. Obwohl koreanische spezifische Modelle nacheinander eingeführt wurden, haben sie noch nicht die oberste Ebene der globalen Benchmark-Tests erreicht.
Südkorea muss sich auf die Entwicklung von branchenspezifischen Modellen konzentrieren
Shah Sajadieh ist der Ansicht, dass das größte Hindernis, das Südkorea überwinden muss, die Skalierung ist. Die USA und China dominieren den Wettbewerb um großangelegte allgemeine Modelle dank ihrer riesigen Binnenmärkte und enormen Investitionen, was es Südkorea schwer macht, auf demselben Weg zu konkurrieren. Er empfiehlt Südkorea, die Vorteile von Software mit Halbleitern und Hardware zu kombinieren, um spezifische Modelle zu entwickeln, die in bestimmten Branchen wie Fertigung, Wissenschaft und öffentlichem Dienst hervorragende Leistungen erbringen.
In Bezug auf die von der südkoreanischen Regierung vorangetriebenen nationalen KI-Basis-Modellprojekte, die allgemeine KI und spezielle KI-Modelle für Cybersicherheit umfassen, äußerte Shah Sajadieh positive Bewertungen. Er betonte, dass das Konzept der souveränen KI umfassender ist als nur der Besitz eines nationalen Basis-Modells; es sollte auch Infrastruktur, Daten, Modelle, Anwendungen und Talente umfassen. Südkorea hat bereits einen beträchtlichen Teil der erforderlichen Bedingungen erfüllt, und der nächste Schritt besteht darin, die nationalen KI-Modelle mit Infrastruktur, Daten, Dienstleistungen und Talenten zu einem vollständigen Ökosystem zu verbinden.
Bezüglich der Modellbewertung wies Shah Sajadieh auf die Einschränkungen der bestehenden Benchmark-Tests hin, einschließlich der Tatsache, dass die fehlende Offenlegung der Trainingsdaten die Glaubwürdigkeit der Bewertungen beeinträchtigt und dass die Benchmark-Tests schnell ihre Unterscheidungsfähigkeit verlieren. Er schlägt vor, prädiktive Bewertungen in die Bewertungsindikatoren aufzunehmen, um die Leistung und Risiken der Modelle vor deren Einsatz in realen Szenarien zu beurteilen, während gleichzeitig die Transparenz der Bewertungen und das Risiko, dass Unternehmen die Testfragen optimieren, in Einklang gebracht werden.
Shah Sajadieh enthüllte außerdem, dass das AI Index Projekt Indikatoren wie physische KI, Weltmodelle, KI-Bildungsfähigkeit und wirtschaftliche Beschäftigungseffekte verstärken wird. Er erklärte, dass im Bereich der physischen KI die Fähigkeit von Maschinen, Aufgaben in realen Umgebungen auszuführen, gemessen werden muss, und dass Fragen der Haftung bei Unfällen und des Regulierungssystems berücksichtigt werden sollten. Zudem sollte das Bildungsniveau in Hardware und Robotik in die Bewertung einbezogen werden. Darüber hinaus sollte die Fähigkeit der allgemeinen Bürger, KI effektiv und verantwortungsvoll zu nutzen, ebenfalls ein neues Bewertungsobjekt werden.

