Apple hat heute eine Veränderung in der Unternehmensführung bekannt gegeben. Der seit 15 Jahren amtierende CEO Tim Cook tritt offiziell zurück, und sein Nachfolger ist John Ternus, der seit 25 Jahren für Apple tätig ist. Ternus war zuvor Senior Vice President für Hardware Engineering und war direkt an der Überwachung der Entwicklung von Kernproduktlinien wie Mac, iPad, iPhone und Apple Watch beteiligt. Zudem spielte er eine Schlüsselrolle im Transformationsprozess von Apples eigenen Chips. Gleichzeitig gab das Unternehmen bekannt, dass Johny Srouji die Position des Hardware Engineering-Leiters übernehmen wird.
Tim Cook lobte Ternus in einer internen Nachricht an die Mitarbeiter und beschrieb ihn als „äußerst talentiert, herausragend und kompetent“ und ist überzeugt, dass er Apple weiterhin voranbringen kann.
John Ternus übernimmt das Ruder: 51 Jahre alt, ähnlich wie Tim Cook damals
Ternus ist 51 Jahre alt und gehört zu den jüngsten Mitgliedern des aktuellen Führungsteams von Apple. Tim Cook war ebenfalls etwa 51 Jahre alt, als er 2011 CEO wurde, was einen markanten zeitlichen Kontrast zur aktuellen Übergabe darstellt. Apples Entscheidung, einen dynamischen Nachfolger zu wählen, deutet darauf hin, dass das Unternehmen langfristige Pläne für die nächsten 15 Jahre oder sogar länger schmiedet. Ternus trat 2001 dem Produktdesign-Team von Apple bei und konzentrierte sich zunächst auf die Cinema Display-Monitore. 2013 wurde er zum Vice President für Hardware Engineering befördert und 2021 erneut zum Senior Vice President.
Seit 2020 fällt die iPhone-Hardware in seinen Zuständigkeitsbereich; 2022 übernahm er auch die Verantwortung für die Apple Watch. Seit John Giannandrea 2025 die Position des AI-Leiters verließ, hat Ternus zusätzlich Apples geheimes Roboterprojekt übernommen.
Hardware-Hintergrund als Kern: Produktorientiertes Denken prägt die Produktstrategie
Im Gegensatz zu Tim Cook, der für sein operatives Management bekannt ist, ist Ternus ein typischer Hardware-Experte, dessen Hintergrund Apple möglicherweise eine neue Produktrichtung bringen könnte. Der Vision Pro hat langfristig nicht die erwarteten Verkaufszahlen erreicht und wird als eines der Produkte angesehen, die das Unternehmen in den letzten Jahren dringend überarbeiten muss. Bemerkenswert ist, dass Ternus nach seinem Universitätsabschluss seine erste Stelle bei dem Unternehmen Virtual Research Systems antrat, das sich mit der Entwicklung von VR-Geräten beschäftigte. Diese Erfahrung könnte ihm einzigartige Einblicke für den Vision Pro und die Gerüchte über die Apple Smart Glasses geben.
In einem früheren Porträt in der New York Times wurde erwähnt, dass Ternus um 2018 herum vorschlug, den LiDAR-Scanner nur auf die iPhone Pro-Modelle zu beschränken, anstatt ihn in der gesamten Produktlinie zu verwenden. Der Grund dafür war nicht nur eine Kostenüberlegung, sondern weil er der Meinung war, dass die Pro-Serie die loyalsten Nutzer hat, die neue Technologien zuerst annehmen, während gewöhnliche Verbraucher möglicherweise nicht so interessiert sind. Dies zeigt sein präzises Verständnis für die Bedürfnisse der Kunden.
Klare Haltung zur Reparaturpolitik: Tiefe Erfahrung in der Integration von Hardware und Software
In Bezug auf das Thema Reparaturrechte hat Ternus öffentlich erklärt, dass das Ziel von Apple sein sollte, die Haltbarkeit der Produkte zu erhöhen. Eine übermäßige Betonung der Reparierbarkeit könnte hingegen die Anzahl der Fehlerquellen erhöhen und negative Auswirkungen auf Verbraucher und Umwelt haben. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Unternehmen die Reparierbarkeit aufgibt; das MacBook Neo ist eines der am leichtesten reparierbaren Apple-Geräte der letzten Jahre, was lediglich bedeutet, dass zukünftige Ressourcen stärker auf Qualität und Haltbarkeit ausgerichtet sein werden. Ternus‘ hardwareorientierter Hintergrund hat ihn jedoch nicht von der Software entfremdet. Laut Bloomberg ist er einer der Hauptakteure, die die Unabhängigkeit von iPadOS vorangetrieben haben, da er der Meinung ist, dass das iPad ohne ein eigenes Betriebssystem sein Hardware-Potenzial nicht voll ausschöpfen kann.
Darüber hinaus hat er auch die Rolle des „Executive Sponsor“ übernommen, um Designfragen zu leiten, und verfügt über umfangreiche praktische Erfahrungen in der Integration von Hardware und Software.
Obwohl Ternus in der Vergangenheit umstrittene Designs wie die Touch Bar und die Butterfly-Tastatur geleitet hat, bleibt ungewiss, wie er sich zu Themen wie Datenschutz, Barrierefreiheit und Umweltinitiativen positioniert. Dennoch sollte Tim Cook bei der Auswahl seines Nachfolgers großen Wert auf diese Werte gelegt haben, sodass es nicht überraschend ist, dass der Nachfolger in diesen Punkten eine ähnliche Haltung einnimmt. In der Ära von Jobs lag der Fokus auf Design und Marketing, in der Cook-Ära auf dem gesamten Betrieb, und es bleibt abzuwarten, wie Ternus‘ hardwarezentrierter Hintergrund Apples zukünftige Ausrichtung beeinflussen wird.
Unter der Führung des neuen CEO scheint Apple bereit zu sein, sich auf eine neue Welle bedeutender Veränderungen einzustellen.

