Jüngsten Berichten japanischer Medien zufolge, wird die Präsenz Japans in der Robotik-Branche, die einst führend war, allmählich schwächer, während der Hype um humanoide Roboter in den USA und China weiter zunimmt. Japanische Unternehmen versuchen, mit selbstentwickelten Künstlichen Intelligenz (AI)-Technologien und einer starken Komponentenindustrie, die über tiefgehende technische Fähigkeiten verfügt, die Marktanteile zurückzugewinnen.
Chinesische Hersteller führen in der Produktion – Effizienz der Lieferkette als entscheidender Vorteil
Wie der Nikkei BP berichtet, haben chinesische Hersteller in den letzten Jahren ein starkes Wachstum verzeichnet. So hat der Hersteller Zhiyuan bei humanoiden Robotern bis 2026 bereits über 10.000 Einheiten produziert und führt damit weltweit bei den Verkaufszahlen. Branchenanalysten sind der Meinung, dass der Hauptvorteil der chinesischen Hersteller darin liegt, dass sie in der Lage sind, eigene KI-Modelle zu entwickeln, die den Betrieb von Robotern steuern. Darüber hinaus kann die in der Region über Jahre aufgebaute, ausgereifte Lieferkette der Drohnenindustrie neuen Unternehmen helfen, in kurzer Zeit Prototypen von Robotern zu entwickeln, wodurch die gesamte Effizienz der Lieferkette Japan übertrifft.
Angesichts der technologischen Lücke passen japanische Unternehmen aktiv ihre Strategien an. Die Japanische Vereinigung für Künstliche Intelligenz-Roboter (AIRoA) hat kürzlich etwa 70.000 Stunden Daten gesammelt, um die Datenqualität in Bezug auf Hardwaretypen und Aufgabentypen zu verbessern. Auch die Tokyo Robotics Company hat sich unter die Yaskawa Electric Corporation eingegliedert und konzentriert sich auf die Entwicklung humanoider Roboter, die für Umgebungen mit hoher Belastung geeignet sind.
Japanische Komponenten bieten Leistungsstärke – Marktnachfrage wächst weiter
Bemerkenswert ist, dass viele chinesische humanoide Roboter ebenfalls japanische Komponenten verwenden. Unter ihnen übertreffen die von KyoHA entwickelten Motorprodukte von Nidec in ihrer Leistungsfähigkeit die bestehenden Produkte ähnlicher Art. Die japanische Industrie ist der Ansicht, dass es, solange die technischen Spezifikationen und Anforderungen für die Kernkomponenten humanoider Roboter klar definiert sind, weiterhin Chancen für japanische Hersteller gibt, wieder in den Markt einzutreten.
Vor dem Hintergrund des Arbeitskräftemangels steigt die globale Nachfrage nach humanoiden Robotern kontinuierlich. Eine Umfrage von Yaskawa unter japanischen Unternehmen zeigt, dass die allgemeine Bereitschaft zur Einführung humanoider Roboter bereits über 40 Prozent beträgt. In den vier großen Branchen Halbleiter, Automobil, Robotik und industrielle Automatisierung sowie allgemeine Maschinen haben mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen angegeben, dass sie an einer Einführung interessiert sind.
Abschließend weisen japanische Medien darauf hin, dass die Industrie für humanoide Roboter sich schnell entwickelt, die tatsächlichen Ergebnisse in Bezug auf die Produktionseffizienz jedoch nicht sofort sichtbar werden. Ob dieser Hype letztendlich zu einem Rückgang führen oder eine Schlüsselressource zur Milderung des Arbeitskräftemangels werden wird, hängt laut Branchenexperten entscheidend davon ab, ob langfristig in die Entwicklung von Kerntechnologien investiert wird.

